Normal? Was ist das eigentlich? Gibt es dafür eine Definition? Hat nicht jeder eine andere Vorstellung davon was normal ist?
Sara Malvern, 12 Jahre jung, hat nur einen Wunsch: normal sein! Dafür hat sie einen ganzen Katalog voll Regeln aufgestellt, die sie erfüllen muss, damit sie normal wird. Doch ihr Gehirn, dass gerne Spielchen mit ihr spielt und die Tatsache, dass Sara nur mit wenigen ausgewählten Menschen spricht, machen das normal sein nicht gerade einfach. Als ihr Therapeut vorschlägt, dass sie an einer Gruppentherapie teilnehmen soll, lernt sie Erin kennen, die das komplette Gegenteil von ihr zu sein scheint, denn Erin redet wie ein Wasserfall und außerdem reißt sie sich die Haare aus. Erin wird Saras erste richtige Freundin und bringt sie einen Schritt näher an das ‚Normalsein‘. Doch auch Erin hat Geheimnisse und Sara möchte ihr in jedem Fall helfen, auch wenn es bedeuteten kann, dass Erin sie hassen wird.
„Müssen sich normale Jugendliche bemühen normal zu sein?“ , fragte mein Hirn. S.36
Ich hatte noch nie richtig Kontakt zu anderen Verrückten gehabt. An meiner Schule gab es außer mir vermutlich keine. S.39 .. Was, wenn wir uns gegenseitig noch verrückter machen? S.41
Sara ist mir von Anfang an sehr sympatisch gewesen. Für ihr Alter wirkt sie an manchen Stellen unglaublich reif. Ich war mit 12 soweit ich weiß nicht so weise und reif.
Es ist toll, dass sie im Laufe der Geschichte sich immer weiter entwickelt und über sich hinauswächst. Eine besondere Hilfe dabei ist Erin, ihre erste richtige und beste Freundin. Sie zeigt Sara, dass sie ein ganz besonderer Mensch ist und so wie sie ist toll ist.
Hier kommen wir auch zu meinem einzigen Kritikpunkt an der Geschichte. Erin sagt, dass die beiden Sternenkinder sind. Sternenkind steht in diesem Fall für sehr besondere Kinder. In Deutschland definiert man unter Sternenkind allerdings Kinder die vor, während oder kurz nach der Geburt sterben. Vermutlich wurde der Begriff auf dem englischen 1:1 übersetzt und nicht bedacht, dass man damit evtl. Menschen triggern könnte. Vor allem weil das Buch für Jugendliche gedacht ist.
Nichtsdeso trotz hat Wesley King mit Sara auf der Suche nach Normal ein ganz besonderes Buch geschrieben. Zum einen zeigt es, dass normal ein Begriff ist, den jeder anders definiert und wieso dahin streben normal zu sein, wenn man statdessen besonders sein kann?
Ein Buch, das so viele Themenbereiche abdeckt, dass ich gar nicht auf jeden einzelenen eingehen möchte, um nichts vorweg zu nehmen.
Dennoch hier kurz, was euch alles erwarten wird:
- Psychische Krankheiten wie Depression, ADHS, bipolare Störung, Angststörungen, Schizophrenie
- Streit in der Familie, generell Probeleme, die in Familien auftreten können
- Freundschaft
- erstes Verliebtsein
- Mut
- Selbstliebe
- Kampf um Gerechtigkeit
und so viel mehr..
Ein Buch, dass ich nicht nur der eigentlichen Zielgruppe, nämlichen Jugendlichen ab 12 Jahren, empfehlen möchte, sondern auch Erwachsenen. Denn egal in welchem Alter man ist, kann man dennoch viel aus diesem Buch mitnehmen.
Wesley King ist auf jeden Fall ein Autor, den ich mir merken werde. Außerdem hab ich seinen ersten Roman ‚Daniel is different‘ auch gleich bestellt, da Daniel in Saras Buch auch eine große Rolle spielt und vielleicht erzähle ich euch bald von meiner Begegnung mit ihm.
Sara auf der Suche nach Normal
Wie wird man normal? Indem man sich an strikte Regeln hält, davon ist Sara fest überzeugt. Also keine Mayonnaise mehr auf Erdnussbutter-Gelee-Sandwiches schmieren und vor allem: sich mit jemandem anfreunden. Das ist allerdings nicht so leicht, wenn man selbst kaum spricht. Aber als Sara die aufgeschlossene, redselige Erin kennenlernt, die davon überzeugt ist, dass es gar kein „normal” gibt, ändert sich das. Auf einmal geht Sara ins Kino, auf Geburtstagspartys und hat jemanden, dem sie von ihrem Schwarm erzählen kann. Doch hinter Erins fröhlicher Fassade verbirgt sich ein dunkles Geheimnis. Wie kann Sara Erin helfen, ohne ihre neu gewonnene Freundschaft aufs Spiel zu setzen?
Eine bewegende Geschichte über eine Außenseiterin, die nicht nur Schulalltag und erste Liebe meistern muss, sondern auch ihre psychischen Erkrankungen, die sie täglich vor neue Herausforderungen stellen. Geeignet für Jugendliche ab 11 Jahren.
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Kategorie: Middle Grade Art: Hardcover Altersempfehlung: ab 12 Jahren Seiten: 272 Übersetzt von: Claudia Max Ausstattung: mit Relieflack Erscheinungsdatum: 19. Januar 2021 Format: 15,3 x 21,5 cm ISBN: 978-3-7348-4730-1